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11.10.2015

Der kuriose Kampf um den Wert von Adidas

Gewöhnlich geht es bei der Privatinsolvenz und Produkten wie dem Onlinekonto ohne Schufa um Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind und schon immer mit finanziellen Problemen zu kämpfen hatten. Bei Bernard Tapie ist die Sache ganz anders. Der Franzose, der einen enormen Schadensersatz von Crédit Lyonnais fordert, ist trotz seines Reichtums in die Privatinsolvenz abgestürzt. Die Geschichte von Bernard Tapie ist nicht mit der Historie der meisten Menschen zu vergleichen, die auf ein Online-Konto ohne Schufa setzen. Tapie musste zwar auch Privatinsolvenz anmelden, jonglierte davon aber mit Millionen und Abermillionen – und verzockte sich. Doch Tapie wollte das nie auf sich sitzen lassen, besonders in der Causa Adidas. Der französische Geschäftsmann hatte den Sportartikelhersteller im Jahr 1990 erworben – über die Kaufsumme ist nichts bekannt. Drei Jahre später verkaufte er Adidas an die Bank Crédit Lyonnais und erhielt dafür umgerechnet 316 Millionen Euro. Nur: Die Beratung von Crédit Lyonnais soll sowohl falsch als auch betrügerisch gewesen sein, wie Tapie bereits ein Jahr später zu Protokoll gab.

Verkauf für über 700 Millionen Euro

geldkofferZu diesem Vorwurf kam es, weil die französische Bank den Sportartikelhersteller bereits ein Jahr später wieder veräußerte: Für umgerechnet 700 Millionen Euro. Käufer war mit Robert Louis Dreyfus ein anderer bekannter französischer Geschäftsmann. Weder Tapie noch der Käufer konnten sich einen Reim darauf machen, wie sich der Wert der Firma in der Zwischenzeit verdoppelt haben könnte. Am Aktienkurs war das nicht absehbar, auch die Zahlen des deutschen Konzerns entwickelten sich keineswegs so gut, dass man eine solche Wertsteigerung hätte erwarten können. Entsprechend schnell wurde klar: Crédit Lyonnais muss Tapie beim Kauf deutlich zu wenig bezahlt haben müssen und ihn über den wahren Wert des Unternehmens angelogen haben.

Privatinsolvenz und Gefängnis

Auch Tapie ist keineswegs ein Mann mit einer weißen Weste. Der Geschäftsmann saß bereits in einem französischen Gefängnis und musste Privatinsolvenz anmelden. Finanziell stand er aber nie so schlecht da wie Menschen, die mit einem Online-Konto ohne Schufa gegen die Privatinsolvenz kämpfen. Seine immerzu gute Situation trotz eigener Fehler verdankt Tapie auch seiner Nähe zu den Mächtigen im Land. Er war zeitweise sogar Abgeordneter im Parlament und soll enge Kontakte zum ehemaligen Präsidenten Nicolas Sarkozy sowie der amtierenden IWF-Chefin Christine Lagarde haben. Fraglich ist allerdings, ob das Tapie auch in seinem Feldzug gegen Crédit Lyonnais geholfen hat. Immerhin hat der Franzose auf diesem Weg einen Etappensieg errungen, denn 2008 wurde ihm die unglaubliche Summe von 400 Millionen Euro Schadensersatz zugesprochen.

Berufungsgericht kippt Schiedsspruch

Das Schiedsgericht allerdings soll Tapie bevorzugt haben. Involviert sollen 2008 auch Sarkozy und Lagarde, doch nachweisen konnte man beiden nichts. Dennoch wird gegen Mitglieder des Schiedsgerichts heute wegen bandenmäßiger Kriminalität ermittelt, bislang allerdings ohne Schuldsprüche. In einem neuen Verfahren soll der Fall nun erneut aufgearbeitet werden. Tapie rechnet sich aus, dass der Schadensersatz sogar noch deutlich höher ausfallen könnte. Der Geschäftsmann soll nach Informationen mehrere Medien einen Betrag zwischen 600 Millionen und einer Milliarde Euro anpeilen. Egal wo genau der Betrag liegt: Sollte Tapie Recht bekommen, hat er für sein Leben ausgesorgt. Auf ein Onlinekonto ohne Schufa wird er dann nicht mehr angewiesen sein.

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