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06.08.2014

Thüringen geht aktiv gegen Privatinsolvenzen vor

Thüringen ist kein Bundesland, in dem die Zahl der Privatinsolvenzen hoch ist. Insgesamt wurden im letzten Jahr knapp 2.000 Fälle gezählt, in Gesamtdeutschland waren es mehr als 90.000. Dennoch wird die Situation kritisch gesehen, man spricht gar von einer „Stagnation auf hohem Niveau“. Von nun an soll auch „Einkommensarmut“ als Grund für eine Privatinsolvenz gelten. In Thüringen machen staatliche Stellen viel, um gegen hohe Überschuldungen vorzugehen. Dabei ist das ostdeutsche Bundesland eines der Musterschüler, denn auf eine Million Einwohner kommen nicht einmal 1.000 Fälle von Privatinsolvenz. Im Bundesdurchschnitt sind es über 1.000 Privatinsolvenzen pro Millionen Bürger. Dennoch sind Behörden und Schuldnervertreter gleichermaßen unzufrieden über die Situation. Im Focus erklärte Olaf Gelbhaar von der Liga der Freien Wohlfahrtspflege Thüringen, dass er „eher eine Stagnation auf sehr hohem Niveau als einen Rückgang“ sehe. Scharfe Worte, und das obwohl die Anzahl der Privatinsolvenzen im Vergleich zum Vorjahr um etwa ein Fünftel zurückgegangen ist. 30.000 Menschen suchen Hilfe bei Beratungsstellen Das Problem, das Gelbhaar und andere Experten sehen, ist das, dass nicht alle Schuldner auch Privatinsolvenz anmelden können oder wollen. Insgesamt haben allein in Thüringen 30.000 Menschen Hilfe bei Beratungsstellen gesucht. Das heißt, dass 28.000 Schuldner zwar große Probleme haben, gleichzeitig aber nicht in die Privatinsolvenz rutschen. Gelbhaar leitet in Thüringen insgesamt 28 Stellen, die sich um die Beratung von Schuldnern kümmern. Er versucht den Menschen, die zu ihm kommen, zu helfen. Dadurch können viele verhindern, dass sie sich überhaupt mit der Privatinsolvenz auseinandersetzen. Ihren Schulden sind damit aber noch lange nicht evaporiert. Schuldner müssen oft lange warten Gelbhaar kritisiert im Focus auch, dass die Schuldner deutlich zu lange auf Hilfe warten müssten. Zwar wird die Freie Wohlfahrtspflege Thüringen vom Land mit jährlich knapp 1,5 Millionen Euro unterstützt, das reicht allerdings nicht. Um längere Wartezeiten zu vermeiden, müssten die Stellen noch über deutlich mehr Mitarbeiter verfügen. Gelbhaar machte allerdings deutlich, dass es bei sogenannten „Kriseninterventionen“ auch schnelle Termine gebe. Wird also etwa die Wohnung geräumt oder der Strom abgestellt, steht ein Berater innerhalb weniger Stunden zur Verfügung. Bei normalen Terminen sei die Wartezeit dagegen oftmals „zu lang“, merkt Gelbhaar an. Einkommensarmut wird zu einem anerkannten Grund für Schulden Die Gründe für einen hohen Schuldenstand sind vielfältig. Sie gehen von einer Überschuldung beim Hausbau, über einen Jobverlust bis hin zur Scheidung. Viele Menschen, die zu einer Schuldnerberatung gehen eint, dass sie unverschuldet in Not geraten sind. In Thüringen drängt sich allerdings auch ein anderes Problem auf. Nach der Statistik des Thüringer Sozialministeriums sind zahlreiche Bürger, die sich an eine der Stellen wenden müssen, vor sogenannter Einkommensarmut betroffen. Das heißt nach der Definition, dass sie im Monat weniger als 900 Euro netto verdienen.  Norbert Rindfleisch vom Ministerium erklärt deshalb, dass „Einkommensarmut als Grund für Schulden“ ab 2014 anerkannt werde. Für viele Menschen ist dadurch der Weg in die Privatinsolvenz eröffnet, zuvor war er bei einer Verschuldung auf Grund von zu geringem Einkommen versperrt. Das liegt daran, dass Privatinsolvenz nur bei Überschuldung aus „wichtigem Grund“ angemeldet werden kann. Ein solcher ist ein geringes Einkommen von nun an – zumindest in Thüringen. Wer sich mit einem solchen Schicksal herumschlägt, sollte sich mit den Beratungsstellen in Kontakt setzen. Um finanziellen Spielraum zu erhalten, bietet sich außerdem die Eröffnung eines Onlinekontos an, denn dieses erhalten Menschen in schwierigen Situation auch ohne Bonitätsauskunft.

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