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07.08.2014

Wenig Hoffnung auf Restschuldbefreiung nach drei Jahren

Nachdem die Gesetze zur Privatinsolvenz im Juli novelliert worden waren, haben viele Schuldner zuletzt Hoffnung geschöpft, in Zukunft schneller wieder am normalen Gesellschaftsleben teilnehmen zu können. Schuldnerberatungsstellen im ganzen Land zeigen sich aber wenig hoffnungsvoll, das zeigt auch ein Beispiel aus Villingen-Schwenningen. 3,2 Prozent Arbeitslosigkeit, kaum Privatinsolvenzverfahren. In Villingen-Schwenningen sehen die Daten eigentlich rosig aus. Doch auch in der beschaulichen Stadt ist die Situation nicht so gut, wie sie auf den ersten Blick aussieht. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Privatinsolvenzen in der baden-württembergischen Stadt auf 125 gestiegen, zuvor waren es nur 109 gewesen. Damit entwickelt sich die Situation in Villingen-Schwenningen gegensätzlich zur Entwicklung in Gesamtdeutschland, wo die Zahl der Privatinsolvenzen rückläufig ist. Wenig überraschend melden sich auch die Beratungsstellen in Villingen-Schwenningen zu Wort und kritisieren das neue Gesetz zur Privatinsolvenz. Warteliste von bis zu sechs Monaten Die Probleme würden schon bei den wenig realistischen Zahlen beginnen, kritisiert die Schuldnerberatung. Bei den Stellen der Diakonie, die sich um alle Schuldner, die nicht Arbeitslosengeld oder Hartz IV beziehen, kümmert, gäbe es teilweise eine Warteliste von bis zu sechs Monaten. Deutlich zu lang meinen die Experten der Beratungsstelle, die von der kirchlichen Diakonie geleitet wird. Der Schuldnerberater Reinhold Hummel erklärte dazu gegenüber dem Südkurier, dass die Beratungsstelle über sehr eingeschränkte Möglichkeiten verfüge. Mehr als eine allgemeine Beratung einmal im Monat und Einzeltermine mit langer Vorlaufrist seien für die Berater nicht machbar. Restschuldbefreiung nach fünf Jahren könnte positive Auswirkungen haben Hummel macht allerdings auch deutlich, dass er der neuen Gesetzeslage Positives abgewinnen kann. Dadurch, dass Schuldner von nun an nach fünf statt sechs Jahren eine Restschuldenbefreiung erreichen können, würde einigen Betroffenen helfen. Wie viele das sein werden will der Schuldnerberater aber noch nicht voraussagen. Problematisch sieht er aber weiterhin die hohen Kosten für eine Privatinsolvenz, die bei etwa 1.800 bei 2.400 Euro pro Verfahren lägen. Diese Summe wäre für viele Schuldner nur schwer zu stemmen. Eine Restschuldenbefreiung kommt nur dann in Frage, wenn derjenige, der Privatinsolvenz beantragt hat, diese Summe nach fünf Jahren begleichen kann. Geringe Chancen für Restschuldbefreiung nach drei Jahren Weniger positiv ist die Meinung von Hummel zum Thema Restschuldbefreiung nach drei Jahren. Die neue Verfahrensweise soll Schuldnern helfen, schneller wieder in ein normales Leben zurückkehren zu können. Zahlreiche Experten haben sich in den letzten Wochen allerdings bereits kritisch über die Novellierung geäußert, denn um nach bereits drei Jahren als „schuldenfrei“ zu gelten, müssen die Schuldner innerhalb dieser Zeit 35 Prozent ihrer Schulden abtragen. Das gelingt statistisch gesehen kaum einer Person, die Privatinsolvenz beantragt hat. Ähnlich sieht das auch der Schuldnerberater aus Villingen-Schwenningen, der zudem kritisiert, dass hohe Zusatzkosten für das Verfahren eingeplant werden müssten. Dadurch wären die Summen, die innerhalb der drei Jahre aufgebracht werden müssen, schwer zu kalkulieren, so Hummel weiter. Als planbares Ziel würde ein Ende der Privatinsolvenz nach drei Jahren demnach für fast jeden Schuldner wegfallen. Ein großer Fortschritt sieht anders aus. Immerhin können Schuldner, die schnell wieder auf die Beine kommen wollen, ein Onlinekonto eröffnen, ohne, dass sie Bonität vorweisen müssen. Dadurch gelingt oftmals eine schnellere Rückkehr zu geschäftlichen und privaten Erfolgen.

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