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Aufgeschobene Insolvenzen im Jahr 2020

Die Zahl der Insolvenzen in Deutschland war im Jahr 2020 stark rückläufig – dabei dürfte sich einiges aufgestaut haben, wie auch Insolvenzexperten erwarten.

Das Jahr 2020 wird für die allermeisten Deutschen nicht unbedingt positiv in Erinnerung bleiben. Auffallend ist dennoch, dass sowohl die Privatinsolvenzen als auch die Unternehmensinsolvenzen einen neuen Tiefststand erreicht haben – trotz der schwersten Krise seit Jahrzehnten. Hintergrund ist allerdings nicht nur die robuste Wirtschaft, sondern in großem Maße auch, dass der Staat in den Markt eingegriffen hat – die Folgen dessen dürften sich in diesem Jahr zeigen.

Rückgang der Privatinsolvenzen um 27 Prozent

Wie groß die Effekte des staatlichen Eingriffs sind, zeigt sich insbesondere mit Blick auf die Privatinsolvenzen. Der Krise zum Trotz haben laut einer Hochrechnung von Creditreform insgesamt 27 Prozent weniger Personen eine Privatinsolvenz angemeldet als noch 2019. Das ist besonders insofern kurios, als die Zahlen bereits im Vorjahr sehr niedrig waren. Die Zahl der neu eröffneten Insolvenzverfahren lag nur noch bei etwa 46.000, während es ein Jahr zuvor noch 63.000 gewesen waren – auf ein Produkt wie das Online-Konto ohne Schufa setzen dennoch immer mehr Verbraucher. Einen ähnlichen Tiefstand gab es auch bei den von der Krise besonders stark betroffenen Unternehmen. Die Firmeninsolvenzen fielen von 18.800 auf nur mehr 16.300 – ein Rückgang von 13,4 Prozent gegenüber 2019.

Insolvenzverfahren werden künstlich verhindert

Experten allerdings sind sich einig, dass der Rückgang der Privatinsolvenzen nur ein temporärer Effekt ist, der auf die Folgen von staatlichen Maßnahmen zurückgeht. Da ist zum einen das Kurzarbeitergeld, das dafür sorgt, dass Privatpersonen auch ohne aktive Arbeit weiterhin ein Gehalt bekommen. Zum anderen wurde die Insolvenzpflicht für Unternehmen erst komplett und seit Herbst zumindest noch teilweise ausgesetzt – dadurch gibt es laut Experten viele sogenannte Zombieunternehmen, die nur wegen der Regelung noch nicht insolvent sind. Diese künstliche Verhinderung von Insolvenzen dürfte im Laufe des Jahres 2021 zu Ende gehen und dafür sorgen, dass sowohl mehr Unternehmen als auch mehr Privatpersonen in die Insolvenz müssen – das neue Jahr dürfte entsprechend leider eher traurige Rekorde in dieser Hinsicht bringen.

Neues Insolvenzrecht als Anreiz

Dass einige Insolvenzen aufgeschoben wurden, dürfte auch mit den Veränderungen des Insolvenzrechts zu tun haben. Privatpersonen müssen ab sofort nur noch drei Jahre warten, bis die sogenannte Wohlverhaltensphase vorüber ist – die Bedingungen haben sich damit mit dem Jahresstart deutlich vereinfacht. Auch Unternehmen haben etwas laxere Regeln als zuvor und somit die Möglichkeit, sich auch ohne oder im Rahmen einer Insolvenz leichter zu entschulden. Diese aufschiebende Wirkung dürfte dafür sorgen, dass bereits im ersten Halbjahr 2021 wieder mehr Insolvenz angemeldet werden – spätestens dann ist es vorbei mit der positiven Entwicklung der Insolvenzzahlen.


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