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Das Positive am Privatinsolvenzanstieg in Österreich

Wer Schulden hat, will diese meist schnellstmöglich wieder in den Griff bekommen. Die Rechtslage kann dabei helfen – genauso aber auch andere Optionen.

In Österreich wurde im Jahr 2016 die Rechtslage bezüglich Privatinsolvenzen verändert. Das hat zu einer auf den ersten Blick kuriosen Entwicklung geführt: Im ersten Quartal 2018 ist die Gesamtzahl der Privatinsolvenzen deutlich angestiegen – sprunghaft sogar. Von insgesamt 1.690 ist die Zahl auf 2.712 Fälle gestiegen. Neben diesem Plus von 60 Prozent ist auch die Gesamtzahl der über ein Privatinsolvenzverfahren angegangenen Schulden mehr als doppelt so hoch wie noch im Vorjahresquartal. Das klingt im ersten Moment nach einer katastrophalen Entwicklung, denn scheinbar müssen deutlich mehr Verbraucher mit dem Schicksal der Privatinsolvenz zurechtkommen – doch auf den zweiten Blick machen die ebenso Zahlen Hoffnung.

Privatinsolvenzrecht in Österreich deutlich gelockert

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Die Privatinsolvenz kann man als einen rechtlichen Rahmen für die Entschuldung beschreiben. In der Umgangssprache ist die Privatinsolvenz zwar meist negativ angesehen, doch eigentlich erlaubt gerade diese juristische Feinheit den geregelten Schuldenabbau. In vielen anderen Ländern der Welt gibt es eine ähnliche Gesetzgebung nicht.

Ob man auf ein Onlinekonto ohne Schufa oder eine Schuldnerberatung setzt – die Privatinsolvenz bleibt immer als eine weitere Option, die eine Entschuldung möglich macht. Gerade deshalb sind die Zahlen in Österreich auch positiv zu sehen, denn die Anzahl der Privatinsolvenzfälle ist allen voran deshalb stark gestiegen, weil das Privatinsolvenzrecht gelockert wurde. Die Dauer des Verfahrens wurde auf nur noch fünf Jahre verkürzt, die Mindestschwelle der Rückzahlung (zuvor 10 Prozent) wurde gestrichen.

Privatinsolvenz kann eine große Chance sein

Dass die Zahlen in Österreich fast schon krass gestiegen sind, zeigt auch, dass die Menschen das Verfahren nicht immer negativ sehen. Grundsätzlich ist es so, dass das Insolvenzverfahren den Verbrauchern viel Hoffnung gibt: Nach einer Privatinsolvenz ist man in Deutschland und Österreich nämlich gleichermaßen schuldenfrei – die Probleme der Vergangenheit hat man also in der Regel hinter sich gelassen.

Das heißt zwar nicht, dass ein Insolvenzverfahren immer eine gute Lösung ist. Ein echter Hoffnungsschimmer kann die Insolvenz teilweise schon sein. Das gilt für Menschen, die auf ein Online-Konto ohne Schufa und eine Schuldnerberatung setzen genauso wie für alle, die erstmals mit dem Thema Schulden zu tun haben oder auf die Inanspruchnahme von Hilfe bislang verzichtet haben.

Privatinsolvenzrecht gibt den rechtlichen Rahmen vor

In Deutschland wurden die Regeln zur Privatinsolvenz vor wenigen Jahren ebenfalls gelockert. Der rechtliche Rahmen ist damit klar vorgegeben – zum einen klingt das ein wenig kompliziert, zum anderen sorgen die Regelungen für Rechtssicherheit. Wer sich im Rahmen des Verfahrens nichts zu Schulden kommen lässt, der ist danach schuldenfrei. Dabei stehen einem Verbraucher in Deutschland sogar verschiedene Optionen zur Verfügung: Eine Restschuldbefreiung innerhalb von drei Jahren (35 Prozent der Schulden + Verfahrenskosten), innerhalb von fünf Jahren (nur Verfahrenskosten) oder nach sechs Jahren (keine Schwelle). Nicht jede dieser Hürden ist für jeden Menschen mit Schulden zu nehmen. Dies ist allerdings kein Problem, denn spätestens nach sechs Jahren ist man nach einer Privatinsolvenz wirklich schuldenfrei. Ein Anstieg der Zahl der Privatinsolvenzen wie zuletzt in Österreich ist also nicht zwingend negativ – das Verfahren kann auch ein Hoffnungsschimmer beim Schuldenabbau sein.


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