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Der Kontowechselservice ist weiterhin problembehaftet

Der Kontowechselservice sollte alles einfacher machen – doch er funktioniert schlechter als erhofft und sorgt dafür, dass Verbraucher oft draufzahlen.

Seit Herbst 2016 heißt es für alle Banken: Zusammenarbeiten! Dadurch, dass neue Gesetze zu einem Kontowechselservice in Kraft getreten sind, müssen bei einem Kontowechsel sowohl die abgebende Bank (die einen Kunden verliert) als auch die annehmende Bank (die einen Kunden gewinnt) zusammenarbeiten. Dadurch soll der Wechsel eines Girokontos für Verbraucher deutlich einfacher werden, wodurch der Wettbewerb zwischen den Banken angeregt werden soll. Doch leider funktioniert das System in der Praxis weniger gut, als erhofft. Auch fast zwei Jahre nach der Einführung ist ein reibungsloser Ablauf noch immer Wunschdenken. Der Wechsel zu einem günstigeren Onlinekonto ist teilweise immer noch komplex, wenngleich es immerhin Fortschritte gibt. Würde die Zusammenarbeit noch besser werden, könnten Verbraucher viel Geld sparen.

Wo liegen die Probleme beim Kontowechselservice?

Dass der Kontowechselservice bislang eher ausbaufähig funktioniert, liegt auch an den Vorgaben des Gesetzgebers selbst. Da ist zuerst das Formular, das mit dem Kontowechselservice einhergeht. Hier müssen Verbraucher insgesamt bis zu 50 Kreuze setzen und bestimmte Fragen beantworten. Soweit so gut, doch das Schreiben ist so komplex formuliert, dass es ein Laie kaum verstehen kann. Der Deutschlandfunk hat zum Test auch bei einem Bankkaufmann nachgefragt und diesen das Formular testweise ausfüllen lassen. Das Ergebnis? Selbst der Experte ist an einigen Formulierungen gescheitert und hatte Verständnisprobleme. Doch das ist noch nicht alles. Dadurch, dass es keine Regeln gibt, wo die Formulare zu finden sein müssen, verstecken einige Banken sie auf ihren Internetseiten. Bis man das Formular im Dschungel der verschiedenen Dokumente gefunden hat, können so einige Minuten verstreichen.

Warum funktioniert der Wechsel nicht perfekt?

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Problematisch ist auch, dass verschiedene Banken unterschiedliche Standards haben. Bei manchen Instituten werden nur Lastschriften übertragen, andere kümmern sich auch um Daueraufträge. Auch bezüglich der Information der jeweiligen Versender von relevanten Geldeingängen, zum Beispiel dem Arbeitgeber, gibt es teils gravierende Unterschiede. Zwar sieht das Gesetz hierzu recht klare Regeln vor, diese werden aber deutlich weniger streng umgesetzt, als man erwarten mag.

Das führt immer wieder zu Problemen bei der Zusammenarbeit der Banken, da verschiedene Institute jeweils unterschiedliche Systeme nutzen und zudem auch noch bei den Details der Übermittlung variierende Standards haben. Dazu kommt: Einige versprochene Services funktionieren bislang noch nicht richtig. Banken müssen sich teilweise entschuldigen und Daten manuell übertragen. Immerhin: Mittlerweile funktioniert der Wechsel schon besser als in den ersten Monaten nach Inkrafttreten des Gesetzes.

Wie sollte ich beim Kontowechsel am besten vorgehen?

Wer sich für den Wechsel zu einem Onlinekonto oder einem Konto bei einer anderen Filialbank entschieden hat, sollte sich dennoch nicht verunsichern lassen. Im Großen und Ganzen kann man sich darauf verlassen, dass der Wechsel des Kontos funktioniert. Allerdings raten Experten dazu, dass man dennoch das alte Konto noch ein bis zwei Monate bestehen lässt, um möglichen Problemen bei der Übertragung aus dem Weg zu gehen. So sichert man sich ab und hat zu vernachlässigende Zusatzkosten. Alternativ lohnt gegebenenfalls auch generell eine parallele Kontoführung, zum Beispiel wenn man gleichzeitig ein Onlinekonto und ein Konto bei einer Filialbank nutzen möchte.


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