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Der Schuldneratlas zeigt nicht die ganze Wahrheit

Der Schuldneratlas von Creditreform zeichnet ein positives Bild der aktuellen Schuldensituation in Deutschland. Doch die Realität sieht anders aus.

Als Creditreform vor Kurzem die Zahlen des sogenannten Schuldneratlas 2020 veröffentlicht hat, ergaben sich daraus primär positive Zahlen. Der Hintergrund dessen ist nicht ganz überraschend, denn genauso wie bei der Privatinsolvenz zeigen sich auch bei der Überschuldung die Effekte meist erst verzögert nach einer Krise. Wie ernst die Situation dennoch ist, zeigt ein Beispiel aus München. Hier haben die Verantwortlichen auch direkt bei den Menschen nachgefragt und sind im Zuge dessen auf andere Ergebnisse gekommen.

Rückgang der Überschuldeten nur auf dem Papier

Laut dem Schuldneratlas von Creditreform gab es in München im vergangenen Jahr insgesamt 108.200 Privatpersonen, die an ihren täglichen Zahlungsverpflichtungen scheitern. Das wäre trotz der Krise ein Rückgang von 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Doch eine Auswertung von Creditreform München und der Süddeutschen Zeitung zeigt: So positiv ist das Bild in der Realität bei Weitem nicht. Jeder vierte Befragte gab in dieser Erhebung an, Zweifel an der möglichen Rückzahlung der Verbindlichkeiten in den nächsten Monaten zu haben. Hochgerechnet sind laut der Auswertung 26.000 mehr Verbraucher in einer Überschuldungssituation – damit gäbe es ein Plus von 20 Prozent und eben nicht einen leichten Rückgang.

München ist ein guter Gradmesser für Schulden

Die bayerische Landeshauptstadt ist ein gutes Beispiel dafür, wie es vermutlich auch in vielen anderen Regionen von Deutschland aussieht. München hat eine durchschnittliche Überschuldungsquote von 8,2 Prozent (2019 waren es noch 8,37 Prozent), im Bundesschnitt sind es 9,87 Prozent, im bayerischen Schnitt jedoch nur 7,14 Prozent. Die Millionenstadt liegt entsprechend im Mittel und ist damit ein guter Gradmesser dafür, dass die Situation rund um Überschuldung und Privatinsolvenz in den nächsten Jahren noch deutlich schlimmer werden dürfte. Dass immer mehr Verbraucher ein Produkt wie das Online-Konto ohne Schufa eröffnen, mag da nicht überraschen.

Doppelt so viele Anfragen bei Schuldnerberatungen

Wie groß die aktuelle Dunkelziffer ist, zeigen auch andere Auswertungen der Süddeutschen Zeitung. Das Pressemedium hat herausgefunden, dass die Zahl der Anfragen bei Schuldnerberatungsstellen in München sich im letzten Jahr verdoppelt haben, die Sozialreferentin der Stadt erklärt zudem, dass es einen regelrechten Boom auf Sozialwohnungen, Wohngeld und Unterhaltsvorschüsse gegeben hätte. Sollte sich die Krise in den nächsten Monaten weiter manifestieren, muss man leider von einem starken Anstieg der Überschuldung ausgehen – in München genauso wie auch in anderen Teilen von Deutschland. Die Folgen der Krise lassen sich momentan bei Weitem noch nicht absehen.


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