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In der Schweiz gibt es keine Restschuldbefreiung

Die Privatinsolvenz in Deutschland wird immer wieder auch negativ gesehen. Doch ein Blick in die Schweiz zeigt, dass es deutlich schlimmer sein könnte.

Die Privatinsolvenz gibt es in unterschiedlicher Form mittlerweile in vielen Industrieländern, aber eben keineswegs in allen. Das wird deutlich, wenn man einen Blick über die Alpen wirft. Hier befindet sich unter anderem die Schweiz, eines der Vorzeigeländer in Europa. Doch nicht in allen Bereichen ist die Schweiz wirklich fortschrittlich, denn anders als in Deutschland oder Österreich haben die Eidgenossen kein Rechtsstatut einer Privatinsolvenz mit Restschuldbefreiung. Die Schweiz ist damit eines von nur ganz wenigen Ländern in Europa, das keinen Schuldenerlass bei finanziellen Schwierigkeiten vorsieht. Mittlerweile regt sich dagegen aber Widerstand, das Parlament fordert Anpassungen.

Schweiz bietet in keinem Fall einen Schuldenerlass

Manch einer, der auf ein Onlinekonto ohne Schufa und eine Schuldnerberatung setzt, hat sicherlich auch schon einmal über die Privatinsolvenz nachgedacht. Bei der Recherche fällt dabei oft auf, dass das Privatinsolvenzrecht in Deutschland strenger ist als in anderen Ländern, womit die Insolvenz für Betroffene etwas schwieriger ist als anderswo. Doch ein Blick in die Schweiz zeigt, dass es noch deutlich schlimmer sein kann, denn in der Schweiz gibt es keinen Schuldenerlass, der am Ende eines solchen Verfahrens stehen würde. Wer hohe Schulden hat, der kann eine Gehaltspfändung über sich ergehen lassen oder einen Privatkonkurs anmelden und auch mit den Gläubigern oder Gerichten eine Rückzahlungsvereinbarung treffen – nur steht am Ende anders als in Deutschland und vielen Ländern keine Restschuldbefreiung und es wird auch nicht verhindert, dass neue Schulden angesammelt werden.

Die Schweiz ist unter den Industrieländern eine Ausnahme

Wenn Verbraucher einen Blick über die Alpen werfen, werden sie in Hinblick auf das fehlende Insolvenzrecht mit Restschuldbefreiung zweifelsfrei entsetzt sein, denn für Betroffene heißt das meist, dass ein Schuldenabbau auf Lebenszeit nicht mehr möglich ist. Dies ist in Hinblick auf die Schweiz auch insofern überraschend, dass es sich um eines der am höchsten entwickelten Länder der Welt handelt. Unter den Industrieländern ist die Schweiz dennoch eine große Ausnahme, was die fehlende Restschuldbefreiung angeht, besonders in Westeuropa. Dies gilt insbesondere deshalb, weil nahezu alle wichtigen internationalen Organisationen wie die Vereinten Nationen, die Weltbank, die OECT und auch die Europäische Kommission Ländern ein solches Statut empfehlen – auch weil die Zahlen aus Ländern mit einem Privatinsolvenzrecht, das eine Restschuldbefreiung vorsieht, auf positive Entwicklungen durch dieses hindeuten.

Wenig Interesse am Thema Schulden in der Schweiz

Auch wenn es im Parlament in der Schweiz mittlerweile erste Initiativen hin zu einem Schuldenabbau gibt, bleibt das Thema auf der Agenda vergleichsweise weit unten. Dies liegt auch daran, dass über Schulden in der Schweiz nur sehr selten gesprochen wird. Es gibt in der Schweiz keine regelmäßigen Statistiken zum Thema Überschuldung, sodass nicht bekannt ist, wie viele Verbraucher überhaupt betroffen sind und in welcher Höhe die Schulden üblicherweise liegen. Experten gehen allerdings davon aus, dass die Quoten in etwa vergleichbar mit denen in Deutschland sind oder durch die aus Verbrauchersicht unvorteilhafte Rechtslage sogar noch höher. Betroffenen fehlt bislang das Sprachrohr, um eine politische Änderung möglich zu machen – dabei wäre eine solche so wichtig.


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