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Initiative Open Schufa könnte am Datenschutz scheitern

Mit dem Namen „Open Schufa“ ist in Deutschland vor einigen Monaten eine Initiative gestartet, welche die Schufa entschlüsseln wollte – doch das Unterfangen könnte scheitern.

Die Schufa ist und bleibt eine Blackbox. Egal ob Verbraucher auf ein Produkt wie ein Online-Konto ohne Schufa setzen oder nicht – echtes Vertrauen in die Schufa hat kaum jemand. Vielmehr stehen der Organisation viele Deutsche kritisch gegenüber. Das liegt allen voran an der fehlenden Transparenz, denn die Schufa verrät nicht, wie sie ihre sogenannte Score-Werte berechnet. Diese wiederum sind entscheidend für die Berechnung der Bonität, die in vielen Lebensbereichen eine wichtige Rolle spielen kann. Wer eine schlechte Bonität hat, kann beispielsweise oft keine Kreditkarte und erst recht keinen Kredit bekommen. Schon kleinere negative Entwicklungen können zudem große Folgen haben – etwa höhere Kreditzinsen.

Mehr Transparenz bei der Schufa als Ziel

Dass gerade die Transparenz bei einem für Verbraucher so wichtigen System auf der Strecke bleibt, ärgert nicht nur viele Deutsche – es war für eine Gruppe von Experten auch der Grund die Initiative Open Schufa zu gründen. Diese hatte sich das Ziel gesetzt, den Algorithmus der Schufa zu entschlüsseln. Das klingt im ersten Moment natürlich nach einem großen Ziel. Das gilt besonders dann, wenn man bedenkt, dass der Bundesgerichtshof in höchster Instanz entschieden hat, dass die Schufa die genaue Berechnung nicht preisgeben muss – es handelt sich um ein Betriebsgeheimnis. Doch die Initiatoren wollten sich hiervon nicht stoppen lassen und sind einen anderen Weg gegangen. Statt über den Rechtsweg oder durch Hilfe der Schufa mehr zu erfahren, hat die Initiative an der Kundenseite angesetzt.

Selbstauskünfte der Schufa als Datensatz

Daten

Der smarte Plan hat sofort tausende Unterstützer gefunden, gespendet wurde sogar ein fünfstelliger Betrag. Doch was hat Open Schufa vor? Die Initiative ruft dazu auf, dass Verbraucher bei der Schufa eine Selbstauskunft beantragen und diese dann an die Initiatoren schickt. Der Plan dahinter: Wenn Open Schufa genügend Auskünfte gesammelt hat, kann sie daraus ein Bild ableiten und möglicherweise ein Muster erkennen. Die Schufa würde sozusagen durch eine Zurückrechnung entschlüsselt werden. Durch die Zusammenführung der Daten aus der Selbstauskunft, also den Score-Werten sowie den verschiedenen bei der Schufa hinterlegten Einträgen von Händlern, Banken und mehr soll es möglich sein, den Algorithmus der Schufa zu entschlüsseln. Ob dies tatsächlich der Fall sein wird, lässt sich noch nicht absehen. Fraglich ist auch, wie viele Daten die Initiatoren für die Entschlüsselung am Ende wirklich brauchen – und ob sie genügend Unterstützer bekommen.

Ausgerechnet der Datenschutz wird zum Problem

Doch dass die Initiative Open Schufa ihr Ziel möglicherweise nie erreichen könnte, liegt ausgerechnet am Datenschutz. Das klingt im ersten Moment fast schon verrückt, wollen die Initiatoren doch für mehr Transparenz im Bereich des Datensammelns sorgen. Die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die mittlerweile seit Mai in Kraft ist, setzt hohe Standards bezüglich des Speicherns von Daten. Davon betroffen ist nicht nur die Schufa, sondern eben auch die Initiative, die gegen sie kämpft. Fraglich erscheint, ob die Initiative die eingesendeten Informationen überhaupt speichern darf und wenn ja, wie lange. Dazu kommt, dass die Selbstauskunft sich durch die DSGVO verändert hat. Ein Erfolg für Open Schufa erscheint mittlerweile unwahrscheinlich.


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