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Muss die Schufa eine kostenlose Online-Auskunft anbieten?

Die Schufa macht es einem nicht ganz einfach, an eine kostenlose Auskunft zu kommen. Ob das zusätzliche kostenpflichtige Angebot rechtens ist, steht aktuell auf dem Prüfstand.

Dass die Schufa in Deutschland nicht beliebt ist, hat verschiedene Gründe. Allen voran ist natürlich schlichtweg der Unternehmenszweck für so manch einen Verbraucher ein Grund, das Unternehmen „zu hassen“. Die Schufa macht schließlich etwas, dass die wenigsten Menschen mögen: Sie sammelt Daten und bestimmt durch diese darüber, ob man ein verlässlicher Schuldner ist oder nicht. Entscheidet die Schufa, dass man dies nicht ist, wird man von vielen Dingen im täglichen Leben ausgeschlossen. Selbst die Eröffnung eines Girokontos kann schwierig sein, weswegen viele Verbraucher in dieser Situation auf ein Online Konto ohne Schufa setzen. Doch es gibt auch noch andere Gründe für die Unbeliebtheit der Schufa: Etwa die kostenpflichtige Bonitätsauskunft.

Kostenfrei an die Schufa-Daten dank DSGVO

Der Fairness halber muss man sagen, dass die Schufa seit Längerem eine kostenfreie Bonitätsauskunft bietet. Gezwungen wurde das Unternehmen hierzu schon seit Längerem vom Gesetzgeber, der vorsieht, dass man als Verbraucher einmal jährlich das Recht auf eine vollständige Auskunft hat. Das System mit der Zusendung der Auskunft hat dabei bis dato auch gut funktioniert – zumindest aus Sicht der Schufa. Für Verbraucher selbst dagegen weniger, denn erst musste man ein Formular ausfüllen, dann den Personalausweis kopieren und die Kopie samt dem Schreiben danach per Post an die Schufa schicken. Nach Eingang des Schreibens konnte es dabei noch einmal bis zu vier Wochen dauern, bis man die Auskunft im Briefkasten hatte – für viele Verbraucher inakzeptabel. Mit der neuen Datenschutzgrundverordnung ist die Sache zumindest etwas einfacher geworden. Die Beantragung ist mittlerweile online möglich, eine Personalausweiskopie braucht man nicht mehr – lange dauert die Auskunft aber auch weiterhin.

Schufa versteckt das kostenfreie Angebot

Die Schufa bietet allerdings einen weiteren Grund für Ärger – das kostenfreie Angebot ist auf der Webseite nämlich sehr gut versteckt und von allen angebotenen Optionen immer die letzte. Das ist auch nach dem Inkrafttreten der DSGVO so geblieben. Stattdessen werden einem zuerst verschiedene kostenpflichtige Angebote angezeigt, zum Beispiel für eine Online-Sofortauskunft, ein Abonnement oder bestimmte Typen von Auskünften, etwa weniger detailliert für Vermieter. Während an sich nichts gegen Zusatzleistungen spricht, scheint die Schufa systematisch verhindern zu wollen, dass Verbraucher sich für das kostenlose Angebot entscheiden – das ist weder im Sinne des Gesetzgebers noch der neuen europaweiten Datenschutzgrundverordnung. Besonders negativ stößt Verbraucherschützern dabei auf, dass die Auskunft im Internet schneller geht, als die kostenlose Variante per Post.

Verbraucherschutzzentrale überprüft die Praxis

Die Verbraucherschutzzentrale Hessen sieht gerade in Hinsicht auf die neue DSGVO einen möglichen Verstoß der Schufa. Besonders problematisch sehen die Verbraucherschützer, dass eine Online-Auskunft schneller geht, als eine Auskunft auf Papier, wobei Letztere das einzig kostenfreie Angebot ist. Die kostenlose Auskunft wird damit schlechter gestellt als kostenpflichtige Angebot. Gerade Verbraucher, die schnell eine Schufa-Auskunft brauchen, werden so in das deutlich teurere Angebot gedrängt. Hierin sehen die Verbraucherschützer einen Verstoß gegen die DSGVO und wollen durch die Überprüfung einen Wandel anstoßen. Ob dieser auch wirklich kommen wird, zeigt sich vermutlich erst in den kommenden Monaten. Hoffnung gibt es allerdings in jedem Fall.


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