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P-Konto erklärt: Pfändungsschutz heißt nicht sicher!

Sie öffnen Ihr Onlinebanking und plötzlich ist das Konto gesperrt. Das Geld, auf das Sie angewiesen sind, scheint verschwunden. Panik macht sich breit. Dabei dachten Sie, mit dem Pfändungsschutzkonto wären Sie auf der sicheren Seite. Schließlich heißt es ja „Pfändungsschutz“, oder?

Doch genau hier liegt das Missverständnis: Ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) schützt nicht automatisch Ihr gesamtes Guthaben. Viele Betroffene erleben erst in einer solchen Situation, wo die Grenzen dieses Schutzes liegen.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie der Pfändungsschutz wirklich funktioniert, wann Ihr Geld gefährdet ist und wie Sie Ihr Guthaben optimal sichern.


Pfändungsschutzkonto heißt nicht automatisch pfändungssicher

Viele Menschen glauben: Ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) schützt automatisch das gesamte Guthaben vor einer Pfändung. Doch das stimmt so nicht.

Was ist eine Pfändung und was ist ein P-Konto?

Eine Pfändung bedeutet, dass ein Gläubiger Zugriff auf Ihr Konto erhält, um offene Schulden "einzutreiben". Wird eine Pfändung zugestellt, kann die Bank das Konto sperren und Sie haben keinen Zugriff mehr auf Ihr Geld. Das Pfändungsschutzkonto (P-Konto) ist ein besonderes Girokonto mit gesetzlichem Basisschutz. Es sichert Ihnen einen monatlichen Grundfreibetrag, über den Sie trotz Pfändung verfügen dürfen.

Warum heißt das nicht automatisch pfändungssicher?

Der Name „Pfändungsschutzkonto“ führt leicht in die Irre: Das Konto schützt nicht das gesamte Guthaben, sondern nur den Teil innerhalb Ihres gesetzlichen Freibetrags. Alles, was darüber liegt, kann weiterhin gepfändet werden.

Sozialleistungen oder Kindergeld sind nicht automatisch geschützt, wenn sie den Freibetrag überschreiten. Der Schutz greift nur, wenn Sie Ihr Konto rechtzeitig umwandeln und eine aktuelle Freibetragsbescheinigung vorlegen.

Welche Besonderheiten bringt das P-Konto mit sich?

Ein P-Konto bietet viele Vorteile, bringt aber auch einige Besonderheiten mit, die Sie kennen sollten:

1. Freibetrag und Erhöhung

Sie haben Anspruch auf den gesetzlichen Freibetrag. Wenn Sie Unterhalt leisten, Kindergeld beziehen oder andere schutzwürdige Einnahmen haben, können Sie den Freibetrag erhöhen.

Dazu benötigen Sie eine Freibetragsbescheinigung. Lassen Sie diese von einer geeigneten Stelle ausfüllen (z. B. Arbeitgeber, Sozialbehörde, Schuldnerberatung) und schicken Sie sie im Original per Post an die Bank.

2. Übertrag in den nächsten Monat

Sie müssen Ihr Guthaben nicht sofort verbrauchen. Nicht genutzte Beträge dürfen bis zum Ende des drittnächsten Monats stehen bleiben (§ 899 Abs. 2 ZPO).

3. Umbuchungen nach § 900 Abs. 2 ZPO

Wenn im Vormonat Abschöpfungen stattfanden, kann zu Monatsbeginn eine Umbuchung erfolgen. Diese gleicht unrechtmäßig abgeschöpfte Beträge aus.

4. Sozialleistungen und Kindergeld

Auch Sozialleistungen sind nur innerhalb des Freibetrags geschützt. Wenn diese Zahlungen über Ihrer Grenze liegen, werden sie abgeschöpft – selbst wenn sie eigentlich unpfändbar wären. In diesem Fall sollten Sie unverzüglich eine Freibetragserhöhung beantragen, damit diese Leistungen geschützt sind.

5. Falsche Überweisungen

Geht eine falsche Zahlung auf Ihr Konto ein, kann nur der Absender über seine Bank eine Rücküberweisung beantragen. Die Rückzahlung erfolgt erst nach Ihrer Zustimmung.

6. Umwandlung in ein P-Konto

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Sie können Ihr bestehendes Konto jederzeit in ein P-Konto umwandeln. Mit dem Onlinekonto geht das bequem im Onlinebereich unter „Kontofunktionen / Pfändungsschutz / P-Konto aktivieren“.

7. Nur ein P-Konto pro Person

Gesetzlich darf jede Person nur ein P-Konto führen. Wenn Sie bereits ein Pfändungsschutzkonto bei einer anderen Bank haben, müssen Sie dieses auflösen oder wieder in ein normales Konto umwandeln, bevor Sie ein neues P-Konto eröffnen.

8. Gültigkeit des Freibetrags

Der Grundfreibetrag gilt dauerhaft. Erhöhungen durch Bescheinigungen (z. B. wegen Unterhaltspflicht oder Kindergeld) sind grundsätzlich zwei Jahre gültig und müssen danach erneuert werden.

9. Was passiert, wenn ich durch einen Übertrag mehr Geld als den Grundfreibetrag auf dem Konto habe?

Nicht verbrauchtes Guthaben aus dem Vormonat (Übertrag) wird im Folgemonat zum neuen Geldeingang hinzugerechnet. Wenn dadurch die Summe den Freibetrag übersteigt, wird der übersteigende Teil ebenfalls abgeschöpft.

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Autor - Global-Konto

Marco Schenkel

Content & Social Media

Finanzen sind meine Leidenschaft. Das zeigte sich auch in meiner Ausbildung zum Bankkaufmann und mehrjährigen Berufserfahrung im Bankwesen. Besonders Themen rund um Börse und Geldanlage wecken mein Interesse. Als Content Creator und Social Media Manager gebe ich Tipps und Hilfestellungen rund um die eigenen Finanzen.

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