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Positive Überraschung bei der Zahl der Überschuldeten

Creditreform hat den neuen Schuldneratlas für 2020 vorgestellt – mit einer überraschend positiven Zahl, die man allerdings nicht überbewerten sollte.

Wenngleich das Jahr 2020 durch die Coronakrise wohl kaum jemandem positiv in Erinnerung bleiben dürfte, zeigt sich gleichzeitig bei der Überschuldung kein großer Effekt. Das klingt im ersten Moment bizarr, geht aber gleich mit anderen Indikatoren ähnlicher Art. Hintergrund ist, dass Effekte wie eine Überschuldung oder eine Privatinsolvenz sich meist erst mit Verzögerung zeigen, weswegen die Werte im Schuldneratlas 2020 vergleichsweise positiv aussehen – Angst haben muss man vielmehr vor den Werten im Jahr 2021. Ein Überblick über die von Creditreform ermittelten Zahlen.

Überschuldungsquote fällt auf weniger als 10 Prozent

Grundlegend macht der Schuldneratlas mit Blick auf die Zahlen sogar Hoffnung. Glaubt man den Daten, müssten in Deutschland mittlerweile weniger Verbraucher auf ein Produkt wie das Online-Konto ohne Schufa oder eine Schuldnerberatung setzen. Das ist allerdings nicht der Fall, was die langfristigen Effekte schon gut aufzeigen. Die Überschuldungsquote ist laut Creditreform auf 9,87 Prozent und damit erstmals wieder auf einen Wert unter 10 gefallen. Die Zahl der Überschuldeten ist auch insgesamt zurückgegangen, 70.000 Verbraucher weniger als noch im Herbst 2019 kämpfen gegen die Überschuldung an. Das bedeutet im Normalfall, dass Rechnungen nicht mehr beglichen werden und das Einkommen nicht ausreicht, um Ausstände zu begleichen.

Unterstützungsleistungen halten Verbraucher über Wasser

Den Effekt der geringeren Überschuldung wollen die Experten von Creditreform aber ins Verhältnis gerückt sehen. So erklären die Macher der Studie, dass die sinkende Überschuldung primär mit den relevanten Unterstützungsleistungen des Bundes zu tun hat. Dieser hat im Jahr der Krise nicht nur viel Geld für die Kurzarbeit bereitgestellt, sondern auch noch zahlreiche weitere Soforthilfen für Selbstständige, Freiberufler und auch Privatpersonen. Dadurch sind die Haushaltseinkommen vielfach kaum gesunken, gleichzeitig allerdings gab es einen Rückgang bei den Ausgaben. Die Deutschen haben im Schnitt weniger Geld für den Konsum ausgegeben, die Sparquote hat sich sogar fast verdoppelt – durch die Krise haben sich viele Menschen für Sicherheit statt Konsum entschieden.

„Ruhe vor dem Sturm“ im Jahr 2020

Wenngleich die Zahlen aus dem neuen Schuldneratlas zweifelsfrei Hoffnung machen – auch für Inhaber von einem Online-Konto ohne Schufa – sollte man diese auch nicht zu positiv interpretieren. Die Macher von Creditreform gehen davon aus, dass die aktuellen Zahlen nur eine „Ruhe vor dem Sturm“ sind und die Folgen der Krise erst im nächsten Jahr voll durchschlagen dürften. Dann wenn die Unterstützungsleistungen auslaufen und auch der Konsum potenziell wieder anzieht, dürfte die Krise spürbar werden. 2021 wird die Überschuldungsquote damit vermutlich wieder auf über 10 Prozent steigen und gegebenenfalls sogar Rekordhöhen erreichen. 


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