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Schufa bezahlt Gutachten über die eigene Arbeit selbst

Die Arbeit der Schufa soll unabhängig bewertet werden – durch Gutachten. Doch in der Praxis ergibt sich ein großer Interessenskonflikt.

Datenschutz ist in Deutschland in den letzten Jahren deutlich mehr zu einem Thema geworden, besonders immer wieder in Hinsicht auf die Schufa. Die Auskunftei aus Wiesbaden muss ihren Algorithmus zur Bonitätsbewertung nicht veröffentlichen, es handelt sich um ein Wettbewerbsgeheimnis. Das hat der Bundesgerichtshof in höchster Instanz entschieden. Doch das heißt natürlich nicht, dass die Arbeit der Schufa frei von Fehlern ist oder das Unternehmen nicht auch Prüfungen über sich ergehen lassen müsste. Die deutschen Gesetze verlangen, dass die Schufa ihre Prüfverfahren den Datenschutzbehörden in Deutschland zur Kontrolle überlassen muss. Bislang geschieht das allen voran durch verschiedene unabhängige Gutachten. Doch gerade die Unabhängigkeit steht dabei immer wieder in Frage, denn die Schufa – und auch ihre Konkurrenten – bezahlen für die Gutachten scheinbar selbst und wählen auch die Gutachter aus.

Interessenskonflikt bei der Prüfung der Arbeit

Laut Recherchen des Bayerischen Rundfunks bezahlt die Schufa verschiedenen Universitäten und Gutachtern Geld dafür, dass sie Gutachten über das Unternehmen erstellen. Dabei wählt die Schufa nicht nur aus, wer eine Untersuchung vornehmen darf und soll, sondern bezahlt eben auch dafür. Dadurch entsteht laut verschieden Datenschützern in Deutschland ein relevanter Interessenskonflikt. Im Raum steht die Frage, ob die Gutachten wirklich unabhängig sein können, wenn der Auftraggeber und das zu überprüfende Unternehmen ein und dieselbe juristische Person sind. Zwar betonen sowohl Gutachter als auch die Schufa, dass die Arbeit komplett unabhängig sei, berechtigte Zweifel gibt es auf Grund der Abhängigkeitssituation allerdings.

Durchdringung der Gutachten ist fraglich

Doch problematisch ist nicht nur, wie die Gutachten in Auftrag gegeben und bezahlt werden, sondern auch was überhaupt untersucht wird. So hat der Bayerische Rundfunk in Erfahrung gebracht, dass die Gutachten ausschließlich prüfen, ob die von Schufa genutzten Kriterien überhaupt dafür geeignet sind, die Bonität einer Person zu analysieren und Aussagen über deren Kreditwürdigkeit zulassen. Doch Verbraucherschützer sehen Potenzial für eine deutlich umfangreichere Prüfung. So wird beispielsweise kritisiert, dass die Qualität der Daten nicht kontrolliert würde und die Gutachten zudem keine Prüfung der von der Schufa für die Daten genutzten Quellen stattfindet. Dies ist an sich kein Fehler der Auskunfteien selbst, sondern liegt im Gesetz begründet. Mehr als eine Prüfung der Datenverarbeitung und Auswertung ist laut dem Gesetz nicht vorgesehen, eine tiefergehende Prüfung ist nicht notwendig. Dabei bleibt die Frage: Warum?

Kritik an Gutachten wird nicht vollumfänglich geteilt

Wenngleich der Aufschrei unter einigen Datenschützern groß ist, gibt es auch Fürsprecher von Schufa & Co. Besonders zu nennen ist hier die Datenschutzbehörde Hessen, die sich besonders mit der Schufa beschäftigt. Die Behörde lässt verlauten, dass es bislang keinen Grund für Beanstandung bezüglich der Gutachten gegeben hätte. Zudem habe man im Zweifel die Möglichkeit, eigene Gutachten in Auftrag zu geben – dies sei bislang aber noch nicht nötig gewesen. Für manch einen Verbraucher, der auf Grund von Konflikten mit der Schufa zum Beispiel auf ein Online-Konto ohne Schufa setzt, ist das nur ein schwacher Trost. Berechtigte Zweifel bleiben, besonders was den Umfang und die wirkliche Unabhängigkeit der Gutachten angeht.


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