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Überschuldung im Alter steigt um 45 Prozent

Immer mehr Senioren kämpfen mit einer Überschuldung – so groß wie in 2019 war der Anstieg sogar noch nie. Was sind die Hintergründe?

Die Überschuldung von Menschen über 70 Jahren steigt enorm stark. Während insgesamt im letzten Jahr erstmals seit mehreren Jahren ein allgemeiner Rückgang der Überschuldung zu beobachten war, sind die Zahlen bei den Senioren erneut gestiegen. Zum Stichtag am 1. Oktober 2019 waren 381.000 Rentner über 70 Jahren von einer Überschuldung betroffen, das sind 118.000 Fälle mehr als im Vorjahr. Ein so großer Anstieg ist nicht nur ungewöhnlich, sondern zeigt auch die gesamte Tragweite der gefährlichen Altersarmut.

Überschuldung bei Senioren steigt um 45 Prozent

Der enorme Anstieg bei der Überschuldung von Senioren ist ein trauriger Rekord, denn schon seit Jahren kam es in keiner Altersgruppe zu einem so starken gleichzeitigen prozentualen und absoluten Anstieg. Bei den Senioren wurden 45 Prozent mehr Fälle notiert als noch im Vorjahr, in anderen Altersgruppen sinkt die Zahl der Überschuldeten dagegen. Generell zeigt sich bei den Senioren schon seit Jahren ein enorm starker Anstieg, im Vergleich zu 2013 ist die Zahl der Überschuldeten beispielsweise um 243 Prozent gestiegen. Auch hier handelt es sich um den mit Abstand stärksten Anstieg in allen Altersgruppen, was primär an fehlenden Einnahmen im Alter liegt.

Überschuldungsquote bei Älteren eher niedrig

Doch die schlimmen absoluten und prozentualen Zahlen sind zumindest insofern nicht ganz so schlimm, dass die Überschuldungsquote bei den über 70-Jährigen immerhin bei „nur“ 2,95 Prozent liegt. Dieser Wert liegt in der wachsenden Bevölkerungsgruppe signifikant unter den Werten anderer Altersgruppen. Im Schnitt liegt die Überschuldungsquote in Deutschland bei exakt 10 Prozent, bei den Menschen unter 30 Jahren dagegen sogar bei 12,13 Prozent. Die meisten Überschuldeten gibt es bei Verbrauchern im mittleren Alter zwischen 30 und 45 Jahren. Bedenklich ist allerdings, dass die Überschuldungsquote der Menschen über 70 Jahren deutlich stärker steigt als der Anteil dieser Bevölkerungsgruppe an der Gesamtbevölkerung.

Altersarmut und steigende Lebenshaltungskosten

Für Menschen im höheren Alter ist besonders problematisch, dass das Einkommen im Alter fehlt. Die Rente reicht oft nicht aus, um für Miete, Nebenkosten und den Lebensunterhalt aufzukommen. Viele Rentner trauen sich zudem nicht zum Amt, um die Grundsicherung zu beantragen, die bei niedrigem Einkommen hilft. Problematisch ist auch der weiterhin starke Anstieg von Mieten und Nebenkosten in Deutschland. Wie relevant das Problem ist, zeigen auch andere Zahlen: Die Tafeln beispielsweise sind mit immer mehr Empfängern im höheren Alter konfrontiert und auch bei der Privatinsolvenz sind immer mehr Ältere betroffen. Besserung ist dabei leider nicht in Sicht, die Überschuldungsquote der Älteren wird wohl auch in den kommenden Jahren weiter steigen.


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