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27.04.2015

Verschuldung wird immer komplexer

In den letzten Monaten wurde in den Medien häufig darüber berichtet, dass die Zahl der Menschen, die in die Privatinsolvenz oder Überschuldung abrutschen, weniger wird. Dieser Trend aber davon konterkariert, dass die Schuldenfälle immer komplexer werden. Das bestätigen die Berichte mehrerer Schuldnerberatungen, etwa der Awo in Mülheim an der Ruhr. rechnungenSchuldenprobleme werden immer komplexer. Das geht aus einem aktuellen Bericht der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung hervor. Im Gespräch mit der Arbeiterwohlfahrt in Mülheim wird deutlich, dass fast jeder Schuldenfall heutzutage mehrschichtig ist. Vor einigen Jahren war das noch anders, denn damals hatten die meisten Schuldner Probleme mit nur einem oder zwei Gläubigern. Heute dagegen sind die Schuldenfälle meist so verzwickt, dass mehrere Gläubiger konsultiert werden. Zudem wird die Verschuldung in vielen Fällen unübersichtlicher. Es gibt aber auch Positives: Auch auf der anderen Seite tut sich etwas. Mit Produkten wie dem Online-Konto ohne Schufa lässt sich die Privatinsolvenz heute deutlich einfacher verhindern und auch Schuldnerberatungen werden immer besser. Zahl der Erstberatungen im Mülheim steigt Ein gutes Beispiel dafür ist die Awo in Mülheim, die im letzten Jahr insgesamt weniger Fälle zu bearbeiten hatte als noch ein Jahr zuvor. Dadurch bleibt mehr Zeit für einen jeden Schuldner. Dennoch gibt es auch schlechte Nachrichten, denn die Zahl der Erstberatungen ist im vergangen Jahr von 817 auf 857 gestiegen. Doch wie vielen Menschen kann eine Schuldnerberatung, teilweise in Verbindung mit einem Online Konto ohne Schufa, helfen? Die Zahlen aus Mülheim sind dahingehend relativ ernüchternd. Von den Menschen, die bereits so hoch verschuldet waren, dass nur noch eine außergerichtliche Einigung mit Schuldnern oder eine Privatinsolvenz eine Lösung waren, haben nur vier eine außergerichtliche Einigung erreicht. Dem stehen 131 Fälle, in denen die Schuldner Privatinsolvenz anmelden mussten, gegenüber. Fälle werden immer komplexer

© Anatoliy Babiychuk | Dreamstime Stock Photos

  Wie aus dem Artikel in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung entnommen werden kann, sind aber nicht nur die zunehmende Zahl der Erstberatungen und die geringe Erfolgsquote bedenklich. Schwierig ist auch, dass die Beratungen immer komplexer werden. Das liegt daran, dass fast jeder Schuldner heute mit mehreren Gläubigern zu tun hat. Das erschwert außergerichtliche Einigungen selbst dann, wenn Schuldner, die auf ein Online-Konto setzen und sich beraten lassen, den Willen zeigen, die Privatinsolvenz zu verhindern und ihre Schulden abzubauen. Besonders schwierig sind die Fälle von Rentnern und jungen Leuten, die mit hohen Schulden zur Beratung kommen. Oft lässt sich mit einem kleinen Ausbildungsgehalt oder einer schmalen Rente kein Weg finden, wie man eine Einigung mit Gläubigern erzielen könnte. Das Geld reicht in solchen Fällen schlichtweg nicht aus. Dann helfen auch eine gute Beratung oder ein Onlinekonto nicht mehr. Wer früh Hilfe sucht, kann es schaffen Auch deswegen rät ein Experte der Awo Mülheim im Gespräch mit der WAZ, dass man sich möglichst früh Hilfe suchen sollte. Bahnt sich eine Überschuldung, etwa durch einen Jobverlust, an, sollte man sich postwendend an die Beratung wenden. So lässt sich eine frühzeitige Strategie entwickeln, die dafür sorgt, dass die Schulden sich in Grenzen halten oder gar nicht erst entstehen. Genau hier setzt auch das Online-Konto mit eingebauter Schuldenbremse an. Wer sich dagegen erst dann Hilfe sucht, wenn die Schulden schon im vier- oder fünfstelligen Bereich sind, hat es ungemein schwerer. In solchen Fällen ist Beratung und Online Konto zum Trotz oft die Privatinsolvenz der letzte Ausweg.

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